Rettet das Pferd
Apr 8, 2009 | Autor: mkellenberger Kaputte Welt, Umwelt
Irgendwie hat mich dieser Beitrag ganz durcheinander gebracht…warum sollte man ein 26-jähriges Pferd retten? Ich kann ja verstehen das man ein Tier gern hat. Und ich hab jetzt mal ganz ehrlich gesagt keine Ahnung von Pferden. Bin zwar schon drauf geritten und hab sie gegessen aber dann hat’s sich. Ich meine, warum soll man ein 26-jähriges Pferd mit nur einem Auge und das Spezialnahrung benötigt noch am Leben lassen? Hirnrissig! Jaja..man kann auf den natürlichen Tod warten, aber der Mensch ist doch von Grund auf dazu bestimmt über die Tiere zu herrschen, oder nicht?! Steht zumindes so in der Bibel.
“Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen nach unserem Bilde, uns ähnlich; sie sollen herrschen über die Fische im Meer und die Vögel des Himmels über das Vieh und alles Wild des Feldes und über alles Kriechende, das auf der Erde sich regt.” (1. Mose 1,26)
Nein, ich zwinge euch nicht zum lesen aber ich will solche Aktionen nicht unterstützen, die schon im voraus halb zum scheitern verurteilt sind. Oder hab ichs nun doch getan? Ups…dann entschuldige ich mich natürlich ganz herzlich bei allen denen ich falsche Hoffnungen gemacht habe…
Tags: auge, pferd, schlachten, spezialfutter, töten




joa da wäre es echt humaner der ein netten abschluss zu verpassen und sie zum abdecker zu schicken – fleisch daraus gewinnen geht eh nimma – ausser man liebt schuhsohlenähnliches fleisch ;p
in diesem sinne geh ich nun was kochen ;p
Nun ja, ob man ein Pferd (oder sonstiges Tier) unbedingt mit aller Gewalt am Leben halten soll, auch, wenn es zu Ende geht, sei mal dahingestellt. Ähnliche Diskussionen gibt es ja zu Recht auch beim Menschen.
Aber einen anderen Punkt kann ich nicht unkommentiert lasse. Was die Herrschaft des menschen über die Schöpfung angeht, hast Du Recht. Steht so in der Bibel. Nur, was bedeutet “Herrschaft”? Wenn Du schon die Bibel heranziehst, um den Herrschaftsanspruch des Menschen zu begründen, dann solltest Du auch die Bibel heranziehen, um eine Definition für den Begriff “Herrschaft” zu finden. Und da hibt es im NT eine gute Definition: “Wer unter Euch der Erste sein will, der sei Euer aller Diener”. Diese Definition wurde auch nicht nur theoretisch so formuliert, sondern auch in die Praxis umgesetzt. Zum Beispiel bei der Fußwaschung, bei der Christus, der ja definitiv und ohne Zweifel der “Erste” (also Herrscher) war, an seinen Untergebenen (den Aposteln) die Arbeit eines niedrigen Dieders verrichtete.
Übertragen auf das Pferd heisst das: Herrschaft des Menschen über z.B. dieses Tier bedeutet, diesem Tier zu dienen. Anders gesagt, für das Wohl dieses Tieres zu sorgen. Das ist Herrschaft nach biblischem Verständnis. Und das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was man menschlich allgemein darunter versteht. Aber so ist das tatsächlich gemeint. Herrschaft heisst, Verantwortung zu übernehmen. Und nicht, wie in der Firma, solange es gut geht, das Geld dafür zu kassieren, und wenn es schlecht geht, andere dafür bluten zu lassen. Umgekehrt! Verantwortung übernehmen im biblischen Sinn heisst: Andere kassieren zu lassen, so lange es gut geht, und selber bluten, wenn es schlecht geht. Auch dieses hat Christus selber in die Praxis umgesetzt.
Was im konkreten Fall Verantwortung für dieses Pferd übernehmen genau heisst, das ist noch mal eine ganz andere Frage. Aber diese Frage sollte unter Berücksichtigung dieser Vorgeben beantwortet werden.
Nicht schlecht dein langer Text und ich stimme dir auch zu. Nur, die Herrschaft und die Verantwortung wie sie in der Bibel geschrieben steht, bezieht sich die wirklich auch auf Tiere. Wurde sie in praktischen Handlungen nicht immer nur auf Menschen übertragen?
Ich denke ich hätte mich wohl etwas ausführlicher fassen sollen. Ich glaube, dass diese Herrschaft über die Tiere aus der Bibel so gemeint ist, dass wir die Tiere nutzen dürfen. Sprich, wir trinken Milch und essen sie direkt als Fleisch. Nun, auch da gibt es wieder Unterschiede. Man kann einfach schlachten, schlachten und nochmals schlachte. Doch ich glaube, wir wollen einen verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren pflegen und uns nur das nehmen, was wir schlussendlich auch brauchen können.
Wie das jetzt mit einem Reitpferd aussieht, dass “nicht mehr selber essen kann” und scheinbar auch altersmässig aufs Ende zulebt, will ich nicht pauschal beurteilen.
Wie du sagst stellt sich die selbe Frage auch bei den Menschen. Da denke ich, dass Massnahmen zur Lebenserhaltung dann nötig sind, wenn die Person noch Aussichten auf ein langes Leben hat. Sieht aber jeder anders und ich will nicht sagen, dass es falsch ist. Aber ich persönlich würde einen 90-jährigen Greisen der im Koma liegt nicht mehr mit Schläuchen füttern, da er…
Fragen über Fragen und viele Aspekte die ausser Acht gelassen werden. Ich hoffe, dir ist genau wie mir, sonnenklar dass diese Diskussion kein Ende finden wird…?!
Hi,
nun ja, Beides ist drin. Natürlich dürfen wir die Tire auch nutzen. Und seit Noah dürfen wir sogar Fleisch essen. Hier gilt es, abzuwägen.
Herrschaft über die Schöpfung bezieht sich auch auf Tiere, aber auch auf Pflanzen und Alles, was man sonst heutzutage so unter Umwelt versteht. Es bedeutet schlicht, dass wir Menschen die Verantwortung haben für diese Schöpfung. Nimm als Beispiel mal ein paar Bäume. Verantwortung heisst nicht einfach nur, dass wir sie in Ruhe lassen sollten oder schön düngen und gießen. Zurückschneiden kann ebenfalls Teil der Verantwortung sein, und ggf. auch fällen, um z.B. Platz für neue Bäume (oder Anderes) zu schaffen.
Definitiv nicht verantwortungsvoll ist es, die Umwelt zu zerstören nur um des eigenen persönlichen Profits willen. Unsere Aufgabe ist es, das Wohl der Gesamtheit im Auge zu behalten. Und das nach Möglichkeit nit nur kurzfristig, sondern langfristig.
Im Einzelnen kann diese Entscheidung sehr schwer sein. Sterbehilfe oder auch Abtreibung sind hier sehr heikle Themen. Und ich beneide Niemanden, der eine solche Entscheidung zu treffen hat. Aber wenn diese Entscheidung zum Wohle des Anderen getroffen wird, ist diese Entscheidung im Sinn der Bibel. Nicht zum Wohl des Anderen wäre Sterbehilfe, weil dieser Anderen (dem Entscheider?) zur Last wird.
Ja, mir ist klar, dass solch eine Diskussion noch in Jahrtausenden weiter geführt werden könnte
Und die Antworten sind selten einfach. Aber das hinter solchen Entscheidungen stehende Motiv ist recht simpel und eindeutig.
Ach so, noch eine Ergänzung zu Deinem Eingangsgedanken: Ja, im Zweifelsfall geht der Mensch vor. Das ist auch der Grund dafür, dass wir Tiere essen dürfen. Aber, wie Du ja weisst, nützt das, was der Umwelt nützt, letztendlich auch wieder uns Menschen. Auch hier ist also verantwortungsvolles Abwägen angesagt.
Pauschal ja. Biblisch nicht immer. Es kommt nicht nur auf die anderen an. Viel mehr sollte man als Christ darauf ausgerichtet sein, was Jesus tun würde.
Klar, die Frage ist, was zum Beispiel unter Sterbehilfe genau zu verstehen ist. Hoffen wir einfach, dass wir irgendwann einen “natürlichen” Tod sterben dürfen und uns selber und unsere Mitmenschen nicht in eine Lage bringen in der sie über Leben oder Tod entscheiden müssen, denn dazu ist der Mensch nicht geschaffen und es liegt auch nicht in seiner Hand darüber zu entscheiden.
Abtreibung ist mit unter wohl eines der schwierigsten Themen aus christlicher Sicht. Da möchte ich auf folgende Seite verweisen:
http://www.svss-uspda.ch/de/ethik/bibel.htm
Ich denke, da steht vieles drin. Schlussendlich sagt die Bibel aber nichts dazu. Die Aussage “Du sollst nicht töten” bezieht sich auf was? Tiere dürfen wir schon lange töten, Menschen nicht. Doch als was wird ein ungeborenes eingestuft? Ein Tier ist es nicht. Aber ein Mensch? Fragen über Fragen. Auch, was passiert mit einem gestorbenen Baby? Kommt es in Himmel oder Hölle? Theoretisch wäre es sündig wie alles auf dieser Welt von Grund auf, doch es hatte noch nicht die Chance sich zu entscheiden. Wie auch?
Da hast Du allerdings Recht: “[...]sollte man als Christ darauf ausgerichtet sein, was Jesus tun würde”.
Was die vielen Fragen angeht: Einige davon sind intellektuell ganz reizvoll, bringen uns aber konkret nicht weiter. Insbesondere z.B. die Frage, wie ein Ungeborenes einzustufen ist, und ob so eines in den Himmel kommen wird oder nicht.
Das “Du sollst nicht töten” bezieht sich übrigens in der Tat auf Menschen. Entsprechende Fragen im konkreten Fall richtig zu beantworten, ist in jedem einzelnen Fall eine schwierige und schwerwiegende Entscheidung. Eine Entscheidung, die niemals leichtfertig getroffen werden darf. Allerdings auch nicht so leichtfertig und pauschal, wie das z.B. die katholische Kirche (zum Beispiel in dem Fall des brasilianischen Mädchens, dessen Eltern exkommuniziert wurden) tut. Christus selbst hatte mal gesagt: “Das Gesetz ist für den Menschen da” (und nicht umgekehrt).
Naja, ich denke, weitgehend meinen wir das Gleiche. Wir könnten wohl noch lange weiter diskutieren, aber letztendlich würde kaum etwas Neues herauskommen. In diesem Sinne wünsche ich Dir einfach ein gesegnetes Osterfest.
Ja, ich denke auch, dass wir nicht sehr viel weiter kommen werden. Es ist aber immer wieder toll Leute mit den selben Ansichten im Netz zu treffen. Viele Menschen denken anders und würden auch dem entsprechend handeln…
Dir auch frohe und gesegnete Ostern!